Lebenslauf

 
 
Oliver hatte schon als Säugling eine riesen Röhre!
(Erinnerungen einer Hebamme)
 
Die Leuchtziffern des Radioweckers zeigten 8.04 Uhr, als Oliver am 28. Juni 1979 in Herisau das Licht der Welt erblickte. Höchste Zeit, die Dinge des Lebens selbst in die Hand zu nehmen!
Dazu gehörte die Gitarre, die er während der Primarschule in dreijährigem Unterricht zu spielen lernte. Musikalischen Input gab es dann verstärkt während der Kantonsschule in Trogen, wo er die Musik-Matura im Dezember 1998 mit dem Instrument «Gesang» abschloss.
 
 
Kopf hoch, Spannung halten!
(Gebetsmühlenhafte Direktiven einer gestrengen Ballettlehrerin)
 
«Nach der Schule ist vor der Schule». Mit dieser Lebensweisheit nahm Oliver 1999 das Lehrerseminar in Kreuzlingen auf. Wie es der Zufall wollte, sprach ihn dort ein Freund an, ob er denn nicht den Männermangel im Freifachkurs «Musical» kompensieren wolle. Und er wollte.
So stand er schon bald unter den Fittichen des Gesangslehrers M.A. Zenger, der sein Talent erkannte und ihn mit vielen Einzelgesangsstunden intensiv förderte. Im Rahmen des Musical-Freifachkurses spielte Oliver dann seine ersten Rollen:
In «West Side Story», worin er noch eine Nebenrolle in der Gang der «Sharks» spielte und dann in «Anatevka», wobei er die Hauptrolle des ca. 50 bis 60-jährigen jüdischen Milchmannes «Tevje» übernahm. Ein Alter übrigens, das er damals als geradezu biblisch empfand! Zu dem Zeitpunkt hatte Oliver Blut geleckt und verspürte den drängenden Wunsch, sein Hobby zum Beruf zu machen.
Darauf folgten die Vorbereitungen für diverse Aufnahmeprüfungen: viele anstrengende Tanzstunden für den Tanzneuling bei Angelika Haindl an der Theatertanzschule St. Gallen und natürlich weiterhin fleissig im Gesangsunterricht.
Ein durchaus erfolgreiches Unterfangen, denn schliesslich landete er an der renommierten «Stella Academy» in Hamburg.
 
 
Hamburg – Tor zur Welt
(Eigenwerbung der Hafen- und Medienmetropole)
 
An der «Stella Academy» in Hamburg fing die Musicalausbildung ganz toll an, ging dann aber auch ganz toll in die Hose. Nach den ersten inspirierenden Unterrichtsstunden an der Musicalschule und der Wohnung an der legendären Reeperbahn im Hamburger Stadtteil St. Pauli ging der grosse Musicalkonzern Stella im März 2002 Konkurs und damit auch die zum Konzern gehörende Musicalschule «Stella Academy». Die Schülerschaft führte einen erbitterten Kampf gegen die Schliessung der Schule, organisierte Demos, verfasste Pressemitteilungen und gründete sogar einen Förderverein. Währenddessen machten fast alle Schüler Aufnahmeprüfungen bei anderen Musicalschulen. Auf Anraten eines Lehrers sang Oliver an der «London School of Musical Theatre» in London vor und wurde prompt aufgenommen.
Bevor er aber die kleine Überseekiste packte, stand er noch mit der Abschlussshow der «Stella Academy» auf den Bühnen des «Imperial Theaters» und des «Schmidts Tivoli» in Hamburg.
 
 
Kurz und knackig!
(Charakterisierung der «London School of Musical Theatre)
 
An der «London School of Musical Theatre», war erst einmal der Unterricht in einer anderen Sprache als Deutsch eine grosse Herausforderung! Das Studium an dieser Schule war sehr intensiv und lehrreich, aber auch kurz und knackig (lediglich ein Jahr). Während der Schulzeit in London war Oliver in zwei Musicalproduktionen der «LSMT» zu sehen, nämlich in «Is there life after highschool?» und im Abschlussprojekt des Jahres 2003: «Hope» im «Cochrane Theatre».
 
 
Wer nichts wagt, der nichts gewinnt!
(Erkenntnis an der Joop van den Ende Academy).
 
Zurück in Deutschland mit dem Willen noch mehr über die ganze Musicalmaterie zu erfahren, fing an der neu gegründeten «Joop van den Ende Academy» im Sommer 2003 bis Sommer 2006 eine der intensivsten Phasen im noch jungen Künstlerleben von Oliver an! Die hochkarätige Ausbildung stand die ersten 6 Monate sogar unter medialer Beobachtung. Die Fernseh-Firma «Miramedia» begleitete die Schüler mit Kameras und produzierte daraus eine Dokutainment-Sendung, die im ZDF einmal wöchentlich unter dem Titel «Stage Fever» ausgestrahlt wurde.
 
Während der 3 Jahre war Oliver immer wieder auf grossen und kleinen Bühnen zu sehen. Neben unzähligen Galas auch in einer Produktion von «Jesus Christ Superstar - In Concert» unter der Leitung von Bernd Steixner und der «Best of Musical Gala» der Stage Entertainment in der Köln Arena.
Während dieser 3 Jahre entstanden zwischen den Schülern Freundschaften, die weit über die gemeinsame Schulzeit hinausreichen sollten.
 
 
Mit einmal Profi!
(Ein Status mit good vibrations)
 
Im Sommer 2006 folgte dann Oliver’s erster professioneller Job auf der Musicalbühne: Victor Hugo’s «Les Misérables» in einer traumhaften Inszenierung an den Freilichtspielen Tecklenburg, der grössten Freilichtbühne im Bereich Musical in Deutschland.
 
Danach ging es Schlag auf Schlag!
Die erste Verpflichtung beim Kindertheater: «Das Dschungelbuch» wurde im Theater mit dem schönen Namen «Das Sternenzelt» in Hamburg im Winter 2006 gegeben. Oliver übernahm dabei die Rollen des «Affenkönigs» und des Wolfvaters «Akela». Von dieser Produktion wurde ausserdem auch eine Hörspielfassung mit Songs im Studio aufgezeichnet.
Es folgten «Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär» in Köln und Frank Wildhorn’s «Dracula» beim hochkarätig besetzten Sommerfestival in Graz im Sommer 2007 (besonderes Highlight: der bekannte Komponist Frank Wildhorn vom Broadway war während der Endphase der Proben persönlich anwesend und hat an der Entwicklung der Grazer Fassung seines Werkes mitgearbeitet).
 
 
Ach, das bin ja ich!
(Entdeckung der «Elixier»-CD in einem Musikladen)
 
Im Frühjahr 2008 begannen die Parallel-Engagements. An der Oper Graz «Les Misérables» unter Josef E. Köpplinger’s Regie und an der Komödie Dresden das Pop-Musical «Elixier» von Tobias Künzel (aus der Popgruppe «Die Prinzen») und Kati Naumann.
Als «David» in «Elixier» hatte Oliver die erste grosse Hauptrolle – mit allem was dazu gehört: erstes Presse-Fotoshooting, erste Interviews, erste kreischenden Girls (Scherz!). Eine besonders tolle Erfahrung war die Produktion einer Doppel-CD im Studio von Tobias Künzel zum Stück.
 
Nach einem Engagement bei dem kleinen, aber feinen neuen Kindermusical «You Beautiful Ewe» in London folgte dann ein Engagement in Olivers absoluten Traumrolle: Der «Conferencier» in «Cabaret» an der musikalischen Komödie Leipzig im Winter 2008/2009! Eine wirklich tolle Erfahrung, bei der sich Oliver mit den vielschichtigen Facetten, die diese Rolle bietet, so richtig auf der Bühne austoben konnte.
 
Bei den Seefestspielen des «Mini-Bregenz» in Wustrau in der Nähe von Berlin übernahm Oliver dann im Sommer 2009 (und in der Wiederaufnahme 2010) die witzige Rolle des «Edelkrebses» in Christian Andersen’s «Die kleine Seejungfrau».
 
 
Wer hat’s erfunden? Richtig, die Schweizer.
(Hommage an das Erfolgsmusical „Ewigi Liebi» und meine Heimat)
 
Im Winter und Frühjahr 2010 ging für Oliver dann der lang gehegte Wunsch in Erfüllung, einmal in der Schweizer Heimat spielen zu dürfen, als er für das Schweizer Erfolgsmusical «Ewigi Liebi» als Walk-In-Cover der drei jugendlichen Hauptrollen «Daneli»,«Hanspeter» und als Murmelisohn «Baschti» engagiert wurde.
 
 
Mittlerweile ist Oliver wieder in seine Wahlheimat Hamburg zurückgekehrt, in die wunderschöne Stadt an der Elbe, und hat gerade ein Engagement im Step-Musical «Singin’ in the rain» an der Oper Graz angenommen, wo er bis April 2011 als «Broadway-Tenor» u.a. mit dem Solo «Beautiful Girl» zu sehen ist.
 
Vita Oliver Frischknecht 08.08.2010